BRIDGE – Building Responsible Interoperability

© Stiftung Innovation in der Hochschullehre
© Adobe Stock Shabbir, generiert mit KI

Virtuelle Lernumgebung, die technische, organisatorische und ethisch-rechtliche Dimensionen der Interoperabilität im Gesundheitswesen erfahrbar macht.

Hintergrund des Projekts

Die fortschreitende Digitalisierung des Gesundheitswesens macht interoperable Informationssysteme zunehmend unverzichtbar. Damit Gesundheitsdaten sowohl von Menschen als auch von Computersystemen korrekt interpretiert werden können, müssen alle Beteiligten, vom medizinischen Fachpersonal bis hin zu Patient:innen, ein Verständnis für die Bedeutung von Interoperabilität entwickeln. Obwohl die Politik die zentrale Rolle der Interoperabilität zunehmend anerkennt, fehlt dieses Verständnis im Alltag der Gesundheitsversorgung noch vielfach.

Bestehende Lehrkonzepte in der Gesundheitsinformatik, Gesundheitswirtschaft und Versorgungsforschung betrachten technische, organisatorische und ethisch-rechtliche Aspekte der Interoperabilität bislang isoliert voneinander. Das Projekt BRIDGE setzt genau hier an: Es entwickelt eine innovative, virtuelle Lehr-Lern-Umgebung, die diese drei Dimensionen integrativ und erfahrbar verknüpft.

Herzstück des Projekts ist ein dreidimensionales Lernmodell mit drei spezialisierten Tools:

Digital Health Data Journey: Veranschaulicht den Weg von Gesundheitsdaten durch verschiedene Systeme unter Einbindung technischer Standards wie HL7 FHIR, SNOMED CT und LOINC.

Organisational Impact Matrix: Visualisiert, wie Interoperabilitätsentscheidungen verschiedene Akteure im Gesundheitswesen beeinflussen.

Decision-Consequence-Simulator: Ein spielerisches (gamifiziertes) Lernmodul, das nach dem Prinzip eines Dilemma-Kartenspiels die ethisch-rechtlichen Folgen von Datenentscheidungen simuliert.

Das Projekt wird partizipativ gemeinsam mit Studierenden aus den Bereichen Informatik, Gesundheitswirtschaft und Versorgungsforschung sowie externen Expert:innen entwickelt.

Projektziel

Im Rahmen des Projektes soll eine innovative Lehr-Lern-Umgebung entstehen, die angehende Gesundheitsprofessionals befähigt, die Wechselwirkungen zwischen technischer Interoperabilität, organisatorischen Prozessen und ethisch-rechtlichen Anforderungen ganzheitlich zu verstehen und verantwortungsvoll zu gestalten. Ziel dabei ist es, die bisher isolierte Betrachtung dieser drei Dimensionen in der Hochschullehre zu überwinden und durch einen transdisziplinären, partizipativen Ansatz nachhaltige Kompetenzen zu fördern. Die entwickelten Materialien sollen als Open Educational Resources bereitgestellt und der Implementierungsleitfaden für andere Hochschulen nutzbar gemacht werden.

Projektablauf

Das Projekt umfasst eine Laufzeit von 24 Monaten und gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Phasen: 

  • Konzeption und Anforderungsanalyse: Bildung des interdisziplinären Teams, Entwicklung des didaktischen Rahmenkonzepts und erster Anwendungsszenarien.
  • Technische Umsetzung: Entwicklung der drei integrativen Lernmodule (Digital Health Data Journey, Impact Matrix, Decision-Consequence-Simulator), u. a. durch Hackathons und Ethics Jams mit aktiver Studierendenbeteiligung.
  • Pilotierung und Evaluation: Testbetrieb in ausgewählten Studiengängen mit systematischer Evaluation (Pre-Post-Tests, qualitative Interviews, Bewertungsmatrizenanalysen) und iterativer Optimierung.
  • Verstetigung und Transfer: Curriculare Verankerung, Erstellung eines Implementierungsleitfadens und Entwicklung eines Nachhaltigkeitskonzepts.

Innovation

BRIDGE verfolgt einen neuartigen, transdisziplinären Ansatz, der erstmals die technischen, organisatorischen und ethisch-rechtlichen Dimensionen von Interoperabilität im Gesundheitswesen nicht nur parallel darstellt, sondern deren Wechselwirkungen für Lernende direkt erfahrbar macht. Das gamifizierte Lernmodul sowie das partizipative Entwicklungskonzept mit Hackathons und Ethics Jams sind in dieser Form im Bereich der Gesundheitsbildung neu.

Für Wirtschaft und Gesellschaft entsteht durch das Projekt ein Pool gut ausgebildeter Fachkräfte, die Interoperabilitätsentscheidungen im Gesundheitswesen ganzheitlich und verantwortungsvoll treffen können. Die als Open Educational Resources frei verfügbaren Materialien sowie der Implementierungsleitfaden ermöglichen anderen Hochschulen eine einfache Nachnutzung. Darüber hinaus ist das entwickelte Lernmodell so generisch gestaltet, dass es auf weitere Bereiche wie Smart City oder Industrie 4.0 übertragbar ist.


Projektleitung



Projektmitarbeiter und Mitarbeiterinnen


Projektdauer

01.04.2026 - 31.03.2028

Projektförderung

Stiftung Innovation in der Hochschullehre

Förderprogramm

Freiraum