Kindheitspädagog*innen in der Ganztägigen Bildung und Betreuung – Untersuchungen zur Begleitung von Kindern zwischen 6-12 Jahren in Schulen und Horten

© TH Rosenheim

Ein qualitatives Forschungsprojekt zur Rolle von Kindheitspädagog:innen in der Schulkindbetreuung von 6–12-jährigen Kindern

Hintergrund des Projekts

Mit dem Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung für Kinder im Grundschulalter ab dem Schuljahr 2026/27 entsteht ein stark wachsendes und zugleich heterogenes Praxisfeld mit hohem Fachkräftebedarf. Das Forschungsprojekt KiBiScH (Kindheitspädagog:innen in der ganztägigen Bildung und Betreuung) untersucht die Rolle und Bedeutung von Kindheitspädagog:innen im Feld der ganztägigen Bildung für Kinder im Grundschulalter. Ausgangspunkt ist die Frage, was diese vergleichsweise junge, akademisch qualifizierte Berufsgruppe zur pädagogischen Begleitung von Kindern zwischen 6 und 12 Jahren in Schulen und Horten beitragen kann und welche spezifischen Kompetenzen sie in dieses Handlungsfeld einbringt.

Projektziel

Ziel des Projekts KiBiScH ist es, die Rolle von Kindheitspädagog:innen im expandierenden Feld der ganztägigen Bildung und Betreuung von Kindern im Grundschulalter systematisch zu klären und wissenschaftlich fundiert zu beschreiben. Ausgangspunkt ist dabei die bislang unzureichend erforschte Verbindung zwischen den fachpolitischen Anforderungen an den Ganztag und den spezifischen Kompetenzen, Aufgaben und der Rolle der Kindheitspädagog:innen. 

Das Projekt verfolgt das Ziel,

die programmatischen Erwartungen und Aufgabenprofile für Kindheitspädagog:innen im Ganztag herauszuarbeiten,

die Perspektiven der Praxis durch explizierte Erfahrungen von Kindheitspädagog:innen sichtbar zu machen,

die Positionierung der Kindheitspädagogik als Disziplin in diesem Handlungsfeld zu analysieren,

und daraus Implikationen für Professionalisierung und Ausbildung abzuleiten.

Übergeordnet trägt das Projekt dazu bei, eine Brücke zwischen fachpolitischen Anforderungen, wissenschaftlicher Reflexion und pädagogischer Praxis zu schlagen. Auf diese Weise soll ein Beitrag zur Profilbildung der Kindheitspädagogik sowie zur qualitativen Weiterentwicklung ganztägiger Bildungsangebote für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren geleistet werden. 

Projektablauf

Das Projekt verfolgt ein mehrstufiges, qualitatives Forschungsdesign, das verschiedene Perspektiven auf das Handlungsfeld der ganztägigen Bildung systematisch miteinander verbindet:

1. Analyse fachlicher und politischer Grundlagen

Im ersten Schritt erfolgt eine umfassende Literatur- und Dokumentenanalyse. Untersucht werden zentrale Fachpublikationen, Expertisen sowie Positionspapiere relevanter Verbände (z. B. AWO, BAG-BEK, AGJ). Ziel ist es, die fachpolitischen Anforderungen und programmatischen Erwartungen an die ganztägige Bildung und Betreuung sowie an die dort tätigen Fachkräfte herauszuarbeiten. 

2. Qualitative Datenerhebung in der Praxis 

Die Ergebnisse dieser Dokumentenanalyse bilden die Grundlage für die Entwicklung von Leitfragen für die qualitativen Interviews mit den Kindheitspädagog:innen in der Schulkindbetreuung. Mit ihnen sollen Einblicke in konkrete Aufgaben, Herausforderungen und Deutungen der Fachkräfte gewonnen werden. Die erhobenen Daten werden mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. 

3. Zusammenführung der Ergebnisse

Im abschließenden Schritt werden die Ergebnisse aus Dokumentenanalyse und Interviews zusammengeführt. So entsteht ein differenziertes Bild des Zusammenspiels von fachpolitischen Anforderungen, disziplinären Perspektiven und beruflicher Praxis für Kindheitspädagog:innen im Ganztag.

Innovation

Das Projekt KiBiScH ist innovativ, weil es ein bislang wenig erforschtes und gleichzeitig dynamisches Handlungsfeld systematisch in den Blick nimmt: die ganztägige Bildung und Betreuung von Kindern im Grundschulalter im Kontext des neuen Rechtsanspruchs

Neu und richtungsweisend ist insbesondere:

Fokus auf eine bislang unterbelichtete Berufsgruppe:

Kindheitspädagog:innen werden gezielt in einem Arbeitsfeld untersucht, in dem ihre Rolle bisher weder klar definiert noch empirisch erforscht ist. 

Verknüpfung unterschiedlicher Ebenen:

Das Projekt verbindet fachpolitische Anforderungen, disziplinäre Entwicklungen und konkrete Praxiserfahrungen der Berufsgruppe. 


Teilprojektleitung

Prof. Dr. Margarete Jooß-Weinbach
T +49 (0) 8031 805-4517
margarete.jooss-weinbach[at]th-rosenheim.de

ORCID iD: 0009-0005-4337-9502


Prof. Dr. Katharina Gerarts
IU Internationale Hochschule GmbH

Prof. Dr. Sarah Schmelzeisen-Hagemann
IU Internationale Hochschule GmbH

Projektdauer

01.10.2024 - 30.09.2026

Projektpartner

IU Internationale Hochschule GmbH

Förderprogramm

High Tech Agenda Bayern