Das Technologie-Transferzentrum (TTZ) für Baubiologie und Wohngesundheit wurde im Rahmen der Technologie-Offensive „Hightech Transfer Bayern“ im Juli 2024 vom Bayerischen Ministerrat genehmigt. Das TTZ ist ein wissenschaftsgestützter Innovationstreiber in der Region Berchtesgadener Land und bietet klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU), Industrie- und Forschungspartnern eine bedarfsorientierte Ausrichtung anwendungs- bezogener Projekte im Themenfeld der wohngesundheitlichen Fragestellungen.
Das TTZ Baubiologie und Wohngesundheit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Bauprodukten, Innenräumen und menschlicher Gesundheit. Im Fokus steht die wissenschaftlich fundierte Bewertung biologischer und physikalischer Eigenschaften von Materialien sowie deren Einfluss auf Atemwege, Haut und Wohlbefinden. Ziel ist es, belastbare Grundlagen für gesundheitsverträgliche und nachhaltige Bauprodukte zu schaffen.
Ziel des Projekts ist der Aufbau eines neuen Forschungs- und Transferstandorts im Berchtesgadener Land, an dem Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam an Lösungen für wohngesundes Bauen arbeiten. Das TTZ soll die Auswirkungen bestehender und neuer Baustoffe systematisch analysieren, in Seminaren und Workshops aktuelles Wissen vermitteln und den Transfer in die Anwendung stärken.
Für die Bewertung gesundheitlicher Auswirkungen werden physiologische Zellmodelle eingesetzt, mit denen Baustoffe und Materialkomponenten untersucht werden. Im Fokus stehen schadstoffarme, nachhaltige Bauweisen und der wissenschaftlich begleitete Transfer der Ergebnisse in die Anwendung. Daraus sollen Empfehlungen für materialbezogene Verbesserungen, praxisnahe Prüfverfahren und industrielle Weiterentwicklungen entstehen.
Innovativ ist die datenbasierte Kombination aus molekularbiologischen Untersuchungen, physiologischen Zellmodellen und KI-gestützter Bioinformatik zur Bewertung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Bau- und Werkstoffen. Neu ist insbesondere die integrierte Betrachtung von Innen- und Außenanwendungen sowie die Berücksichtigung vulnerabler Patientengruppen. Daraus entstehen konkrete Impulse für neue oder verbesserte Materialien, Recyclinglösungen und industrienahe Anwendungen.