TransBIB ist die zentrale Informationsplattform für biobasierte Innovationen in Deutschland. Das Netzwerk unterstützt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Regionen dabei, die Potenziale der Bioökonomie zu erschließen und nachhaltige, biobasierte Wertschöpfungsketten aufzubauen. Als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bietet TransBIB Kontakte zum Technologietransfer, zu regulatorischen Fragestellungen und zur Netzwerkbildung für eine erfolgreiche Transformation in eine biobasierte Wirtschaft.
Die Bioökonomie nutzt biologische Ressourcen und Wissen, um mithilfe moderner Technologien innovative, umweltfreundliche und klimaneutrale Produkte und Prozesse zu entwickeln. Ziel ist eine nachhaltige Wirtschaftsweise, die ökologische und wirtschaftliche Vorteile vereint und sich an natürlichen Kreisläufen orientiert. Angesichts des Klimawandels und geopolitischer Spannungen ist der Wandel zu einer biobasierten Wirtschaft erforderlich, um Emissionen zu senken und die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu verringern. Obwohl in Deutschland umfangreiche Technologien und Wissen vorhanden sind, scheitert deren breite Anwendung häufig an fehlender Vernetzung, Sichtbarkeit und Transferstrategien.
TransBIB setzt hier als nationales, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Meta-Netzwerk zur Beschleunigung der industriellen Bioökonomie an. Mit 18 Projektpartnern, über 40 Kompetenzhubs und einer Fördersumme von 5,5 Millionen Euro fungiert das Netzwerk als bundesweite Plattform, die Kooperationen initiiert, Akteure strategisch vernetzt und den Wissensaustausch fördert. Über einen KI-gestützten „One-Stop-Shop“ werden Wissen, Infrastrukturen und Kompetenzen gebündelt sowie praxisnahe Services wie regulatorische Beratung, Zertifizierungsunterstützung und Transformationsstrategien bereitgestellt.
Ziel des Projektes ist die Bündelung von Informationen, Daten und Know-how sowie die gezielte Vernetzung zentraler Akteure der Bioökonomie. Insbesondere unterstützt TransBIB Unternehmen dabei, biobasierte Innovationen schnell und effizient in den industriellen Maßstab zu überführen und fördert somit den Aufbau nachhaltiger, biobasierter Wertschöpfungsketten. Dadurch werden Innovationspotenziale erschlossen und die Time-to-Market biobasierter Innovationen verkürzt. Damit trägt TransBIB zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Bioökonomie sowie zur Transformation hin zu einer biobasierten Wirtschaft bei.
Das 36-monatige Projekt ist in sechs Arbeitspakete gegliedert und umfasst Wissensspeicherung für Skalierung, Vernetzung und Transfer, den Stakeholderdialog zu Zertifizierung und Regulation, Wissensmanagement, zielgruppenspezifische Kommunikation, industriebezogene Schulungen sowie zentrale Kommunikation.
Die Technische Hochschule Rosenheim (THRO) befähigt Akteure und neue Wertschöpfungs-Netzwerke zur Nachhaltigkeitsbewertung im Kontext von Prozessskalierung und Marktanforderungen und entwickelt ein Struktur- und Datenmodell für ein streamlined LCA-Tool. Ergänzend werden Grundlagen zu LCA und streamlined LCA sowie Anforderungen des Kapital- und Absatzmarktes bereitgestellt. Dafür werden die Bedarfe der Bioökonomie-Akteure durch Analysen relevanter Normen und Standards sowie Tiefeninterviews erhoben. Zudem wird eine Informations- und Transformationsplattform zum Status quo der Nachhaltigkeitszertifizierung in der Bioökonomie einschließlich Bestandsaufnahme, Gap-Analyse, Bedarfsabgleich aufgebaut. In dem Projekt entwickelte Handreichungen, Website-Inhalte, Leitfäden und asynchrone Lernangebote ergänzen das Angebot für die Akteure der Bioökonomie. Der Fokus liegt dabei auf dem Stakeholder-Dialog mit Zertifizierungsgesellschaften, KMU und weiteren Akteuren.
Die THRO vermittelt Wissen im Bereich der Nachhaltigkeitsbewertung und befähigt somit Akteure der industriellen Bioökonomie einschlägige Methoden und Tools zu verstehen und anzuwenden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ökobilanzierung (Life Cycle Assessment, LCA). Hierfür werden die fachlichen Grundlagen anhand eines dafür entwickelten „Streamlined LCA“-Tools vermittelt. Dies ermöglicht Unternehmen einen niedrigschwelligen Einstieg in die ökologische Bewertung von Produkten und Prozessen.
Ergänzend analysiert die THRO relevante Normen, Standards und Marktanforderungen sowie bestehende Zertifizierungssysteme. Durch Befragungen und den Austausch mit Unternehmen, Zertifizierungsstellen und weiteren Akteuren werden Bedarfe identifiziert und praxisnahe Lösungen entwickelt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Form von Leitfäden, Lernangeboten und digitalen Informationsangeboten aufbereitet. Dadurch werden Unternehmen bei der Anwendung von Nachhaltigkeitsbewertungen unterstützt und der Transfer wissenschaftlicher Methoden in die industrielle Praxis gefördert.
Das Alleinstellungsmerkmal von TransBIB ist die systematische Vernetzung von Wissen, Kompetenzen und Infrastrukturen der industriellen Bioökonomie auf nationaler Ebene. Anstatt neue Einzelstrukturen aufzubauen, bündelt das Projekt bestehende Initiativen, Daten, Werkzeuge und regionale Netzwerke und macht diese über einen zentralen „One-Stop-Shop“ für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weitere Akteure zugänglich. Dadurch werden Wissenstransfer, Zusammenarbeit und die Nutzung vorhandener Ressourcen deutlich erleichtert.
Ein weiterer innovativer Ansatz liegt in der Verknüpfung von Technologietransfer, Nachhaltigkeitsbewertung, Skalierungsunterstützung und regulatorischen Anforderungen. TransBIB unterstützt Unternehmen dabei, biobasierte Innovationen schneller von der Idee in die industrielle Anwendung zu überführen. Weiterhin profitieren Wirtschaft und Gesellschaft von einem verbesserten Zugang zu Wissen, Daten und Netzwerken, einer beschleunigten Umsetzung nachhaltiger Innovationen sowie einer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit der Bioökonomie in Deutschland.
ORCID iD: 0009-0009-5077-6935
ORCID iD: 0009-0006-0549-1605
ORCID iD: 0009-0003-8656-1078